Brandschutz-

Schulung

Seminar "Brandschutz Helfer"


Arbeitgeber sind nach dem Arbeitsschutzgesetz für den Schutz ihrer Beschäftigten wie auch anderer Personen, die sich in seinem Unternehmen aufhalten, verantwortlich. Er muss alle Sicherheitsaufgaben "im Griff haben" das heißt, sie verantwortungsvoll delegieren und kontrollieren. Entsprechend gut ausgebildete und geschulte Brandschutzhelfer sind dafür eine wichtige Voraussetzung.  

 

 

Brand­schutz­hel­fer neh­men im Be­trieb, in ih­rem un­mit­tel­ba­ren Tä­tig­keits­be­reich, Auf­ga­ben des Brand­schut­zes wahr. Sie un­ter­stüt­zen so­wohl den Un­ter­neh­mer als auch den Brand­schutz­be­auf­trag­ten da­bei, Brand­ge­fah­ren ab­zu­wen­den und Haf­tungs­ri­si­ken zu mi­ni­mie­ren.      

Brandschutzhelfer können Ihre Funktion nur dann wirkungsvoll ausfüllen, wenn Sie wissen was Sie im Ernstfalle tun müssen.  Eine gute Aus- und Fortbildung bietet Ihnen die Möglichkeit das notwendige Wissen und die erfordeliche Handlungskompetenz zu erwerben.    

Ausbildung zum Brandschutzhelfer /-in

Schulung  zum Brandschutzhelfer als Tagesseminar gemäß §10/12 Arbeitsschutzgesetz und Technische Regeln für Arbeitsstätten ASR A2.2 "Maßnahmen gegen Brände", unterteilt in Theorie- und Praxis.

Inhalt nach BGI/GUV-I 5182

  •  Rechtliche Grundlagen
  •  Aufgaben des Brandschutzhelfers
  •  Bedeutung des Brandschutzes
  •  Rauch-und Brandgase
  •  Brandursachen, Brandklassen
  •  Baulicher Brandschutz, Brandabschnitte
  •  Feststellanlagen, RWA, Löschwasserversorgung
  •  Technischer Brandschutz
  •  Feuerlöscher, Feuerlöschanlagen
  •  Wandhydranten, Brandmeldeanlagen
  •  Organisatorischer Brandschutz
  •  Alarmirrung, Verhalten im Brandfall
  •  Brandschutzordnung, Flucht- und Rettungswege
  •  Fluchtweg- Feuerwehrpläne
  •  Sicherheitskennzeichnung
  •  Verhalten im Brandfall
  •  Praktischer Einsatz Feuerlöschgerät
  •  Löschtraining verschiedene Objekte wie Fettbrand- u.ä.

 Abschluss mit Abschlusstest, Teilnahmebestätigung und Schulungsunterlagen.

Re­fe­ren­ten: Thomas Dierker, Brandschutz Beauftragter, Jan Schulz, Brandschutz Fachberatung und Ingo Zuch Praktische Schulung, Bremen

 

Ist es notwendig, Brandschutzhelfer zu schulen?

Thomas Dierker verfügt über zwanzig Jahre Erfahrung im vorbeugenden Brandschutz. Er ist zudem Umweltschutzbeauftragter, Qualitäts- und Projektmanager und nicht zuletzt Brandschutzbeauftragter für den betrieblichen Brandschutz. Wir sprachen mit ihm über Brandschutzhelfer und deren Bedeutung  für Unternehmen.

1. Herr Dierker, weshalb haben Sie sich auch auf die Ausbildung von betrieblichen Brandschutzhelfern spezialisiert?

Die Ausbildung von betrieblichen Brandschutzhelfern als ausgesprochen wichtig für den Schutz der Menschen, die in einem Unternehmen beschäftigt sind. Die Tätigkeit gut ausgebildeter Brandschutzhelfer ist aber auch für die Unternehmen selbst sehr wichtig. Werden im Zeitraum vom Absetzen der Brandmeldung bis zum Eintreffen der Feuerwehr erste Brandbekämpfungsmaßnahmen erfolgreich durchgeführt, so verringern sich Brandschäden und wirtschaftliche Verluste erheblich.

2. Sachschäden werden aber von Versicherungen übernommen?

In der Regel schon, aber nicht alles kann von Versicherungen abgedeckt werden. Sind beispielsweise Kunden erst einmal verloren, weil man durch einen brandbedingten Produktionsausfall nicht liefern konnte, bekommt man diese so schnell nicht wieder zurück.

3. Gibt es gesetzliche Vorgaben für die Schulungen der Brandschutzhelfer?

Ja, sicherlich. Gesetzliche Vorschriften gibt es beispielsweise im Arbeitsschutzgesetz, aber auch in unterschiedlichen berufsgenossenschaftlichen Vorgaben. Ich biete in meinen Seminaren allerdings weit mehr an, als das was beispielsweise in der BG I 560 – Arbeitssicherheit durch vorbeugenden Brandschutz – gefordert ist. Die von mir unterwiesenen Brandschutzhelfer können auch im Alltag die für den Brandschutz verantwortlichen Führungskräfte mit ihrem erworbenen Fachwissen unterstützen.

4. Wie ist die Ausbildung für Brandschutzhelfer aufgebaut?

Die Ausbildung für Brandschutzhelfer umfasst zunächst eine Einführung in das Thema Brandschutz. In dieser Einführung werden Themen behandelt wie beispielsweise Grundlagen der Brandlehre, Löschlehre, Gefahren an Brandstellen und taktisch richtiges Vorgehen für Selbsthilfekräfte. Danach folgen die Grundlagen des vorbeugenden baulichen, anlagentechnischen und organisatorischen Brandschutzes.

5. Es handelt sich also um rein theoretische Lehrinhalte, die Sie vermitteln?

Nein. Den Abschluss bildet in aller Regel eine praktische Übung mit Feuerlöschern. Diese Übung kann den örtlichen Gegebenheiten entsprechend auch „heiß“, also mit einem gasbetriebenen Übungsgerät durchgeführt werden.

6. Warum liegen Ihnen Altenheime so am Herzen?

Dies hat einen persönlichen Hintergrund. Mein erster Einsatz war in einem gerade abgebrannten Altersheim in Bremen. Dort sah ich auf den Fußboden die Umrisse der dort an Rauchgas verstorbenen Menschen. Aber es hat natürlich auch einen fachlichen Hintergrund. Bei Brandereignissen in Heimen jeglicher Art sind meist viele  Menschen gefährdet. Dies stellt die Feuerwehren immer vor große Herausforderungen. Müssen Brandbekämpfung und Menschenrettung parallel laufen, ist hoher Personaleinsatz erforderlich. Im Brandschutz gut ausgebildete Mitarbeiter eine enorme Unterstützung sein.

7. Reicht es nicht aus, wenn Unternehmen über Brandmeldeanlagen verfügen, die auf die zuständige Feuerwehrleitstelle aufgeschaltet sind?

Ein ganz deutliches Nein. Brandschutz sollte man dreigliedrig begreifen:
Der vorbeugende bauliche Brandschutz, der anlagentechnische Brandschutz und der organisatorische Brandschutz.

Fehlt eine dieser drei Säulen, beispielsweise die gute Schulung und Organisation (z. B. in Brandschutzordnungen  nach DIN 14096 in den Teilen A bis C), besteht im Gefahrenfall immer das Risiko einer Katastrophe. Umfassender Brandschutz muss alle Bereiche erfassen.

8. Ist die Teilnahme an den Brandschutzschulungen Pflicht für die Mitarbeiter?

Ja, kein Mitarbeiter eines Unternehmens kann sich der Verpflichtung entziehen, an dienstlich angeordneten Schulungsmaßnahmen zur Arbeitssicherheit teilzunehmen.

9. Wie sind Ihre Erfahrungen? Sind die Mitarbeiter motiviert oder müssen Sie erst Gefahrenbewusstsein schaffen?

Ich stelle bei unseren Seminaren immer wieder fest, dass die Mitarbeiter in den Unternehmen dem Thema Brandschutz sehr offen gegenüberstehen. Das Bewusstsein über die Brandgefahren gerät sicherlich im Alltag schnell in den Hintergrund. Ich denke, dies ist auch normal. Wer denkt schon beim Autofahren jeden Tag daran, dass er tödlich verunglücken könnte? Das geht ja gar nicht. Aber, nach kurzen Einführungsphasen, steigen Mitarbeit und Interesse sehr schnell an. Dies lässt beim „Durchackern“ von Rechtsgrundlagen zwar etwas nach. Aber spätestens, wenn die Flamme des Übungsgerätes brennt und die Feuerlöscher einsatzklar gemacht werden, sind  wieder alle hochmotiviert.

10. Wo sehen Sie noch Schwachpunkte beim Brandschutz in den Unternehmen?

Ich kann es nur aus der Sicht des Brandschutzpraktikers betrachten. In vielen Unternehmen wird noch immer zu wenig geschult und geübt. Mir ist klar, dass es im betrieblichen Alltag andere Prioritäten gibt. Allerdings weiß ich   aus eigener Erfahrung, wie groß das Entsetzen oft ist, wenn der Fall der Fälle eingetreten ist und man vor großen menschlichen, aber auch wirtschaftlichen Problemen steht. Von daher sollte man die Gefahrenprävention nicht aus  den Augen verlieren und in die Betriebsabläufe implementieren.

 

Qualität ist niemals Zufall; sie ist immer das Ergebnis hoher Ziele, aufrichtiger Bemühung, intelligenter Vorgehensweise und geschickter Ausführung.