Brandschutz-

Schulung

Seminar "Erste Hilfe" 

 

 

Brandverletzungen müssen fachgerecht behandelt werden. Jeder muss über die wichtigsten Maßnahmen informiert sein.    

Wie versorge ich Brandverletzungen?  

 RICHTIG IST:

  • Brandverletzungen mit Notfall-Brand-Gel oder maßvoll mit kaltem Wasser kühlen (Schmerzlinderung)
  • Arzt oder Feuerwehr verständigen (lassen).
  • Brandwunden mit sterilem Verband abdecken.
  • Den Verletzten bei Bewusstsein mit reichlich Trinkwasser versorgen.
  • Bei Bewusstlosigkeit den Verletzten so lagern, dass die Atemwege frei bleiben (stabile Seitenlage).
  • Den Verletzten vor Wärmeverlust schützen und mit Decken warm halten.


FALSCH IST:

  • Brandwunden mit den Fingern berühren.
  • Brandwunden mit Salben, Puder oder Öl zu behandeln.
  • Brandblasen zu öffnen.
  • Brandwunden zu verbinden (Narbenbildung).

Erste Hilfe – Jeder sollte wissen, was zu tun ist  

Brandwunden

Von Dr. med. Felicitas Witte

Streichhölzer, Kerzen, Feuerzeug oder Lagerfeuer - an jeder Flamme kann man sich die Finger oder andere Körperteile verbrennen. Die meisten Brandwunden entstehen jedoch ganz ohne Feuer: Sie fassen an ein heißes Backblech, sind beim Bügeln einen Moment unachtsam oder verbrühen sich am Wasserdampf über einem Topf kochender Spaghetti. Auch Kinder verletzen sich oft an kochenden Flüssigkeiten, Wasserdampf oder heißen Herdplatten.

In der Silvesternacht müssen Ärzte regelmäßig schwere Brandwunden von Menschen versorgen, die mit Feuerwerkskörpern experimentiert haben.

Auch im Sommer kommt es häufig zu Verbrennungen. Die einen verletzen sich, weil sie Grillanzünder ins offene Feuer gießen, andere holen sich beim Sonnenbaden einen Sonnenbrand. Denn auch Strahlen können die Haut verbrennen - sogar die Strahlen eines Solariums. 

Zerstörte Hautzellen

Starke Hitze, offene Flammen, heiße Flüssigkeiten, elektrischer Strom oder ionisierende Strahlen können die Haut verbrennen. Dabei sterben nicht nur Hautzellen ab. Der geschädigte Körperteil setzt außerdem Botenstoffe frei, die bei schweren Verbrennungen zu einer Entzündungsreaktion im ganzen Körper führen können.

Brandwunden heilen meistens sehr schlecht, da viele Hautzellen bei der Verbrennung zerstört werden.   Die Schäden können nur die oberflächliche Hautschicht betreffen oder sehr tief sein. Das beeinflusst den Schweregrad der Verbrennung. Dieser hängt außerdem noch von weiteren Faktoren ab: Unter anderem von der Größe der verbrannten Hautfläche, dem Alter des Verletzten, eventuell bestehenden anderen Erkrankungen sowie der Frage, ob der Verletzte Rauch oder giftige Gase eingeatmet hat. Letzteres ist oft noch gefährlicher als die Brandwunde selbst.

Verbrennungsgrade

Um die Tiefe einer Verbrennung zu klassifizieren, unterscheiden Mediziner drei verschiedene Verbrennungsgrade:

Verbrennung I. Grades:                                                                                                       Nur die oberste Hautschicht (Epidermis) ist verbrannt. Die Haut ist gerötet, trocken, geschwollen und tut weh. Die Wunde heilt meist innerhalb einiger Tage von selbst, ohne eine Narbe zu hinterlassen.

Verbrennung II. Grades:                                                                                                               Epidermis und Lederhaut (Dermis, Korium) sind durch die Verbrennung beschädigt. Sind nur die obersten Schichten der Lederhaut betroffen (IIa), ist Wunde rot und es haben  sich Blasen gebildet. Die Wunde nässt und die Blasen füllen sich mit Flüssigkeit. Sind tiefere Schichten    der Lederhaut verbrannt (IIb), ist die Haut eher trocken und es bilden sich nur wenige Blasen. Drückt   man leicht auf die verbrannte Haut, fühlt sie sich hart an. Eine Verbrennung vom Grad IIa heilt meist   ohne oder mit einer wenig auffälligen Narbe ab. Beim Grad IIb bleibt meist eine deutliche Narbe zurück.

Verbrennung III. Grades:                                                                                                                  Die gesamte Haut mitsamt Haaren ist verbrannt. Das unter der Haut liegende Fettgewebe liegt frei. Zusätzlich können darunter liegende Strukturen verletzt sein wie Muskeln, Sehnen, Nerven, Blutgefäße oder Knochen. Die Haut sieht entweder weißlich, rötlich, braun oder tiefschwarz aus. Die Wunde ist trocken, bildet keine Blasen und ist sehr hart.

Patienten mit einer Verbrennung vom Grad I und IIa haben oft sehr starke Schmerzen. Bei einer Verbrennung vom Grad IIb und III sind die Nervenenden in der Haut, die Schmerzreize weiterleiten, so sehr beschädigt, dass die Verletzten meist wenig oder kaum Schmerzen spüren.

Größe der Verbrennung: Neunerregel

Je mehr Körperoberfläche verbrannt ist, desto größer ist das Risiko, dass der Verbrannte einen Schock bekommt. Um die verbrannte Hautfläche abzuschätzen, kann man sich an der so genannten „Neunerregel“ orientieren, die den Körper eines Erwachsenen in Regionen aufteilt. Jede Region entspricht - ein Mal oder mehrmals - neun Prozent der Körperoberfläche:

  • Kopf und Hals: neun Prozent;
  • Arme: jeweils neun Prozent;
  • Rumpf: zusammen 36 Prozent, Vorder- und Rückseite je 18 Prozent;
  • Beine: jeweils neun Prozent;
  • Um auf 100 Prozent zu kommen, zählt die Genitalregion ein Prozent der Körperoberfläche.

Bei Kindern gelten andere Werte! Je jünger ein Kind ist, desto größer ist der Anteil des Kopfes (beim Einjährigen 18 Prozent) und desto geringer der Anteil der Beine (je 14 Prozent).

Kaltes Wasser und steril abdecken

Einen Menschen mit großflächigen Verbrennungen sollten Sie möglichst sofort aus der Gefahrenzone bringen. Haben die Kleider des Verletzten Feuer gefangen, wälzen Sie ihn auf dem Boden hin und her, bis das Feuer erstickt ist. Alternativ können Sie die Flammen mit Wasser, einer Wolldecke oder einem Feuerlöscher löschen. Zur Verhinderung eines weiteren Hitzeschadens sollten Sie Kleidung über den Verbrennungen entfernen, sofern sie nicht an den Wunden haftet. Wichtig ist auch, dem Verbrannten aufgeheizten Schmuck, Armbanduhren und ähnliches von der Haut abzunehmen.

Rufen Sie so schnell wie möglich den Notarzt (Notrufnummer vom Handy oder Festnetz 112).

Kleinflächige Brandwunden sollten Sie für einige Minuten unter fließend kaltem Wasser (18 bis 21°C) kühlen. Dies dient nach der Ableitung der Brandhitze vor allem der Schmerzstillung. Brandwunden, die wegen ihrer Tiefe keine Schmerzen verursachen oder Wunden von mehr als fünf Prozent der Körperoberfläche sollten Sie wegen der Gefahr der Auskühlung nicht anhaltend mit Wasser kühlen.

Bei Kindern ist die Gefahr der Auskühlung besonders groß. Deshalb sollten Sie bei ihnen eine Kühlung an Kopf, Brust, Bauch oder Rücken ganz vermeiden und nur Brandwunden an den Extremitäten kühlen - bei mehreren Wunden gegebenenfalls im Wechsel, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Verbrennungsmedizin. Offene Brandwunden sollten Sie anschließend mit sterilen Wundauflagen (Kompressen) abdecken.

Achtung: Bei großflächigen Verbrennungen kann der Verbrannte das Bewusstsein verlieren. Überprüfen  Sie deshalb regelmäßig, ob der Verletzte auf Ansprache reagiert. Wenn er das Bewusstsein verliert, aber noch atmet und einen tastbaren Puls hat, sollten Sie ihn in die stabile Seitenlage bringen.

Wann zum Arzt?

Brandwunden infizieren und entzünden sich leicht. Behandeln Sie deshalb nur sehr kleine, oberflächliche Verbrennungen oder Verbrühungen selbst. Halten Sie die betroffene Hautstelle etwa fünf Minuten lang unter fließendes kaltes Wasser. Verbrennungen I. Grades können Sie mit einer Salbe (z.B. Panthenolsalbe) behandeln. Eine offene Wunde können Sie mit einem milden Desinfektionsmittel ausspülen und mit einem Pflaster abdecken.

Brandwunden heilen schneller und es bleiben weniger Narben zurück, wenn der Wundgrund feucht gehalten wird. Geeingnet sind Gelverbände oder spezielle Wundauflagen, welche die feuchte Wundheilung unterstützen.

Größere Brandwunden sollten Sie besser einem Arzt zeigen. Haben sich Babys oder Kleinkinder verbrannt oder verbrüht, geht man am besten mit jeder Brandwunde zum Kinderarzt. Bei Kindern sind Brandwunden besonders gefährlich.

Schwere Verbrennungen

Schwere Verbrennungen werden am besten in einer in einer spezialisierten Verbrennungsklinik behandelt. Da Brandwunden sehr schmerzhaft sind, müssen sie nicht selten unter Narkose gereinigt werden. Für Brandverletzungen gibt es spezielle Wundauflagen (Salben- und Silikongitter), die verhindern, dass der Verband auf der Wunde haftet.

Verbrennt die Haut bis in tiefe Schichten, kann das Gewebe hart werden und anschwellen. Manchmal müssen Mediziner die Verbrennung unter Vollnarkose aufschneiden. Der Defekt kann vorübergehend mit Kunsthaut abgedeckt werden. Später wird Haut von einer anderen Körperstelle entnommen (z.B. vom Oberschenkel) und auf die Brandwunde verpflanzt. Mediziner sprechen von Vollhaut- oder Spalthauttransplantation.

Zur Behandlung sehr ausgedehnter Verbrennungen gibt es eine neue Methode: Es werden körpereigene Zellen verpflanzt, welche die oberste Hautschicht bilden (Keratinozyten). Dies wird aber bislang nur in einigen Verbrennungskliniken durchgeführt. Die Keratinozyten lassen sich auch künstlich im Reagenzglas züchten. Diese Zellen sind jedoch sehr anfällig für Infektionen.

Tetanusschutz überprüfen!

Bei jeder Verletzung können Keime in die Blutbahn gelangen. Besonders gefährlich sind Tetanusbakterien, die Erreger des Wundstarrkrampfes (Tetanus). Sie produzieren ein Gift, das zu Muskelkrämpfen am ganzen Körper führt. Wundstarrkrampf endet in 10 bis 20 Prozent der Fälle tödlich.

Die Tetanusimpfung schützt vor der gefährlichen Erkrankung. Die Impfung sollte alle zehn Jahre aufgefrischt werden. Ist bei einer Verletzung nicht ganz klar, wie lang die letzte Auffrischimpfung zurückliegt, empfiehlt die ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut eine Tetanusimpfung direkt nach der Verletzung. Felicitias Witte ist Ärztin und Freie Journalistin, sie lebt in Basel.

Schluss mit den Ausreden!

Defibrillator,                                                                                                                            auch Schockgeber, ist ein medizinisches Gerät zur Defibrillation   und Kardioversion. Es kann durch gezielte Stromstöße Herzrhythmusstörungen wie Kammerflimmern und Kammerflattern (Fibrillation) oder ventrikuläre Tachykardien, Vorhofflimmern und Vorhofflattern (Kardioversion) beenden. Defibrillatoren werden auf Intensivstationen, in Operationssälen, in Notfallaufnahmen, sowie in Fahrzeugen des Rettungsdienstes bereitgehalten.                                                                                                                                                  Seit  den 1990er- Jahren auch in Form von automatisierten externen Defibrillatoren  zunehmend auch in öffentlich zugänglichen Gebäuden wie Bahnhöfen, Flughäfen und anderen Orten für eine Anwendung  durch medizinische Laien bereitgestellt.

In 85 Prozent aller plötzlichen Herztode liegt anfangs ein sogenanntes Kammerflimmern vor. Ein Defibrillator kann diese elektrisch kreisende Erregung im Herzen durch gleichzeitige Stimulation von mindestens 70 Prozent aller Herzmuskelzellen unterbrechen. Dabei wird eine große Anzahl von Zellen gleichzeitig depolarisiert, was zur Folge hat, dass diese Zellen eine relativ lange Zeit (etwa 250 ms = Refraktärzeit der Zellen) nicht mehr erregbar sind. Der kreisenden Welle wird quasi der Weg abgeschnitten und das Herz befindet sich wieder in einem Zustand, in dem das natürliche Erregungsleitungssystem die Stimulation des Herzens wieder übernehmen kann.

Entscheidend bei der Defibrillation ist der frühestmögliche Einsatz, da die durch das Kammerflimmern hervorgerufene Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff (Gehirnischämie) binnen kurzer Zeit zu massiven neurologischen Defiziten führen kann. Aus diesem Grund werden auch im öffentlichen Raum immer mehr automatisierte externe Defibrillatoren (AED) platziert. Der erfolgreiche Einsatz eines AED steht und fällt mit der richtigen Durchführung der Herz-Lungen-Wiederbelebung.

Der AED ist nur eine Ergänzung, kein Ersatz. Jedoch ist zu ergänzen, dass bei einem Kammerflimmern pro Minute die Überlebenschance des Patienten um 10 % sinkt. Daher muss und sollte der Einsatz eines Laiendefibrillators so früh wie möglich stattfinden. Automatisierte externe Defibrillatoren (AED, ugs.: „Laiendefibrillatoren“) sind durch ihre Bau- und Funktionsweise besonders für Laienhelfer geeignet. Hierbei erkennen die Geräte meist ohne Zutun der Ersthelfer, ob eine Schockgabe nötig ist. Je nach Bauweise wird entweder automatisch oder auf Knopfdruck ein Schock abgegeben. Die Energie, welche beim Schock abgegeben wird, wird ebenfalls durch den AED bestimmt. So müssen Ersthelfer lediglich auf die meist akustischen Anweisungen achten wie z. B. das Durchführen der Herz-Lungen-Wiederbelebung oder während der Rhythmusanalyse oder der Schockgabe das Einstellen der Herzdruckmassage (und ggf. Abstand zum Patienten nehmen).

„Ist es empfehlenswert einen Defibrillator für zu Hause zu kaufen?“

Immer häufiger werden im Internet und teilweise auch von Lebensmittelgeschäften so genannte halbautomatische Defibrillatoren zum Schutz vor dem plötzlichen Herztod als angeblich sinnvolle Anschaffung für die eigene Wohnung angepriesen. Ob eine solche Geldausgabe tatsächlich zu empfehlen ist, beantwortet die Deutsche Herzstiftung aktuell in ihrer regelmäßig stattfindenden Sprechstunde.

Die Experten-Antwort:

Für den plötzlichen Herztod ist am häufigsten Kammerflimmern verantwortlich, das nur durch einen Elektroschock gestoppt werden kann. Da der Elektroschock allerdings sofort und ohne Zeitverlust erfolgen muss, kommt der Notarzt fast immer zu spät.

Aus diesem Grund existieren in Deutschland bereits mehrere Frühdefibrillationsprojekte, bei denen Einrichtungen wie zum Beispiel der Frankfurter Flughafen flächendeckend mit halbautomatischen Defibrillatoren ausgestattet wurden und Mitarbeiter vor Ort eine Schulung sowohl im Umgang mit den Geräten als auch in Erste-Hilfe-Maßnahmen erhalten haben. Dass sich mit diesem Konzept tatsächlich Menschen vor dem plötzlichen Herztod erfolgreich schützen lassen, wurde schon vor mehreren Jahren in Studien nachgewiesen.

Anwendung

AED mit angeschlossenen Klebeelektroden

Die beiden Klebeelektroden werden bei Jugendlichen und Erwachsenen unter dem rechten Schlüsselbein und unter der linken Achselhöhle in der sogenannten Anterior-Position anterolateral angebracht. Nach dem Anlegen der Klebeelektroden analysiert eine Software im AED den Herzrhythmus. Wird Kammerflimmern, eine ventrikuläre Tachykardie und bei einigen AEDs auch eine Supraventrikuläre Tachykardie erkannt, wird die Defibrillation freigeschaltet. Dabei unterscheidet man zwischen vollautomatischen und halbautomatischen AEDs. In der vollautomatischen Bauweise gibt das Gerät den Elektroschock unter ständiger Überwachung der Schockvoraussetzungen eigenständig ab, während in der halbautomatischen Bauweise der Anwender die Schocktaste innerhalb eines definierten Zeitraums drücken muss und damit auch die Verantwortung für die Einhaltung der Schockvorausetzungen hat. Wird ein nicht schockbarer Rhythmus erkannt oder liegen die Messwerte unter den gerätespezifischen Asystoliegrenzen, wird die Defibrillation nicht freigegeben. Alle zwei Minuten erfolgt eine Anweisung, den Patienten nicht zu berühren, um eine erneute EKG-Analyse und u.U. einen erneuten Schock zu ermöglichen.

Einige AED-Modelle unterstützen den Ersthelfer bei der nötigen Herz-Lungen-Wiederbelebung, das allerdings in sehr unterschiedlichem Maße. Inzwischen sind AEDs auf dem Markt, die auch die Qualität der Herzdruckmassage durch Sprachansagen bewerten und Anweisungen zum Verbesserungspotential (bspw. fester drücken, schneller drücken, langsamer drücken, vollständig entlasten) geben können.

Da die Überlebenschance der Betroffenen mit jeder Minute, die ohne Früh Defibrillation verstreicht, um ca. 10 % sinkt, soll das therapiefreie Intervall bis zur Versorgung des Herzpatienten durch Rettungsdienst und Notarzt durch eine möglichst frühzeitige Defibrillation verkürzt werden. Daher werben seit 2001 alle namhaften Hilfsorganisationen für den Einsatz von AEDs auch im öffentlichen Umfeld. So existieren mittlerweile zahlreiche heterogene Inselprojekte mit teilweise öffentlich zugänglichen AEDs. Diese als Public Access Defibrillators (PAD) eingesetzten öffentlichen AEDs finden sich etwa in Flughäfen, Bahnhöfen, Fußballstadien und anderen öffentlichen Gebäuden. Meist sind die AEDs im Eingangsbereich von Gebäuden oder im Sanitätsraum platziert.

echtliche Situation in Deutschland

Der Einsatz eines Automatisierten Externen Defibrillators (AED) durch Laien im Rahmen der Ersten Hilfe ist rechtlich unbedenklich. Grundsätzlich ist eine AED ein aktives Medizinprodukt, d.h. für die Organisation im Rahmen der betrieblichen Erste-Hilfe sind das Medizinproduktgesetz (MPG) und die Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV) maßgeblich.   Es ist                                                             

1. ein Medizinproduktebuch zu führen, es darf                       

2. nur der Hersteller bzw. von diesem autorisierte Personen den AED vor Ort in Betrieb nehmen und es muss               

3. ein Gerätebeauftragter im Unternehmen benannt und im sachkundigen Betrieb des Geräts unterwiesen werden. Dieser Gerätebeauftragte kann dann das übrige betriebliche Personal unterweisen. In der Praxis allerdings findet die Erstunterweisung zumeist in einem umfänglicheren Rahmen für möglichst viele betriebliche Ersthelfer statt.                                                                                        

Im Notfall – sprich im rechtfertigenden Notstand (§ 34 StGB) – darf ein AED auch von nicht eingewiesenem Personal bedient werden. In der Praxis allerdings trauen sich nur sehr wenige Ersthelfer ohne Übung diese Chance zu nutzen.

AEDs sind nicht kennzeichnungspflichtig, daher manchmal schwer zu finden. Es empfiehlt sich eine Ausschilderung analog zu den Feuerlöschern. Für AED-Besitzer, deren Mitarbeiter bei den Berufsgenossenschaften versichert sind, gilt eine jährliche Unterweisungspflicht.



langt zu werden, so die Erfahrung des Experten. Fakt ist jedoch: Es sterben erheblich mehr Menschen durch Unterlassene Hilfeleistung als durch falsche Erste Hilfe. Gerichtlich belangt werden kann nur derjenige, der nicht hilft:

Unterlassene Hilfeleistung kann mit bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe oder einer Geldstrafe geahndet werden. „Man kann prinzipiell nichts falsch machen. Wenn jemand Erste Hilfe leistet, macht er dies nach bestem Wissen und Gewissen. Das ist in jedem Fall besser, als nichts zu tun“, erklärt Sefrin. Andere Gründe, nicht zu helfen, sind Zeitdruck oder gar die Angst, sich die Kleidung zu ruinieren. „Alles Ausreden“, so der Experte. „Jeder sollte sich klar machen, dass es um Menschenleben geht – dies sollte wohl wichtiger sein als jeder Termin. Davon abgesehen wird beschädigte Kleidung sogar ersetzt.“

Die neuen Erste Hilfe-Kurse: kompakt und individuell
Die großen Hilfsorganisationen wie beispielsweise das Deutsche Rote Kreuz, die Johanniter Unfallhilfe und der Malteser Hilfsdienst bieten in Kooperation mit dem ADAC Erste-Hilfe-Kurse an, die kompakt das nötige Wissen vermitteln. Während solche Kurse früher in der Regel acht Doppelstunden umfassten, kann man heute in nur 90 Minuten die wichtigsten Maßnahmen der Ersten Hilfe erlernen.

Angeboten werden zwei Module „Fit in Erster Hilfe – Verkehrsunfall“ und „Fit in Erster Hilfe – Wiederbelebung“, die unabhängig voneinander besucht werden können. Das erste Modul beinhaltet die Themen „Absichern der Unfallstelle“, „Notruf“, „Retten aus dem Gefahrenbereich“ sowie „Erste Hilfe bei Bewusstlosigkeit“. Im zweiten Modul geht es um die Herz-Lungen-Wiederbelebung sowie das richtige Verhalten bei Herzinfarkt und Schlaganfall. Prof. Dr. Peter Sefrin weiß: „Die meisten Menschen halten Erste Hilfe zwar für wichtig, sind aber dennoch nicht bereit, einen Kurs zu machen. Weil dies eben mit finanziellem und zeitlichen Aufwand verbunden ist. Die 90-minütigen Kurse bieten nun die Möglichkeit, sich in kurzer Zeit das nötige Wissen anzueignen – Wissen, das Leben retten kann. Der Zeitfaktor sollte nun also wirklich keine Rolle mehr spielen.“ Die Kosten liegen bei zehn bis zwölf Euro pro Kurs. Eine Investition, die sich lohnt.

Natürlich werden von den Hilfsorganisationen auch weiterhin die klassischen Erste Hilfe-Kurse angeboten. Außerdem gibt es Trainings, die auf bestimmte Zielgruppen zugeschnitten sind und sich ganz nach den Bedürfnissen der Teilnehmer richten. Dazu gehören beispielsweise die Kurse „Erste Hilfe am Kind“, „Erste Hilfe für Sportgruppen“ oder spezielle Kurse für Kinder oder Senioren.